Samstag, Dezember 16, 2006

Etwas über die Studenten hier.....

Heute waren wir mal auf einer „Department-Party“ oder wie die Chinesen es genannt haben: „Carnival-Night“. Diese Party fing um sieben an und endete um zehn. Wie soll ich anfangen………. Wir sind hier auf dem Campus von Kindern umgeben habe ich den Anschein. Dies ist mir schon mehrere Male aufgefallen und diese Party war ein erneuter Beweis. Es gab kein Alkohol oder gescheite Musik, nein, vielmehr hat man Spiele wie Reise nach Jerusalem, Kerzenblasen, Luftballonhochhalten…… gespielt. Das Erstaunliche dabei war allerdings, dass alle einen Heidenspaß hatten. Sie sind rumgelaufen, haben sich gegenseitig gefangen und solche Späße, halt wie auf einem Kindergeburtstag, nur ohne Alkohol. Muss man sich jetzt schlecht fühlen, weil wir zu Hause Spaß am Abend nur mit Alkohol zu haben scheinen? Oder soll man sich einfach wundern, wie komisch die Studenten der Tsinghua Universität, eine Elite-Universität Asiens, sind? Ich denke beides trifft zu, letzteres definitiv. Die meisten Studenten hier verbringen ihr ganzes Studentendasein ausschließlich auf dem Campus. Sie kommen lediglich zwei Mal im Jahr hier raus, um die Familie zu besuchen. Auf dem Campus haben sie schließlich die Infrastruktur, die sie benötigen: Supermarkt, Restaurant, Mensa, Bibliothek, Lernräume, mehr Lernräume, Friseur (den sie wahrscheinlich nie aufsuchen, wie die zum Teil aussehen), Fahrradhändler….. alles was man halt so braucht. Vom Leben außerhalb des Campus, sprich Beijing City, haben die keine Ahnung. Vielmehr bekam ich nach Anfrage über den Grund der Mann/Frau-Trennung in den Dormitories folgende Aussagen per e-mail zugesand (oft trauen die Chinesen es sich nicht ihre eigentliche, persönliche Meinung mündlich und schriftlich zu publizieren): „That's apparently another world. I think you can talk to someone out of the campus, and ask their opinions. But just take care, it's full of trickster and thief in the street of Beijing, one of my friends said so.“ Das hat mich wirklich beeindruckt, da man daran ganz deutlich sieht, dass ein Großteil der Studenten vom Leben außerhalb keine Ahnung oder sogar Angst davor hat.

Die können einem aber auch leid tun, die haben hier kein einfaches Leben. Meistens wohnen sie zu viert oder sechst auf dem Zimmer mit Klos und Duschen auf dem Flur für alle. Bei den undergraduates wird in den Dormitories um 11 Uhr abends der Strom abgestellt, damit sie schlafen gehen, um am nächsten Tag lernen zu können…… das geht endlos so weiter. Vielleicht erklären diese erschwerten Nebenbedingungen das recht rätselhafte Verhalten, wie zum Beispiels abends in der Gruppe (Jungen und Mädchen) Seilchen zu springen und dabei zu lachen, als ob man vorgetrunken hätte.
Na ja, zurück zur „Party“. Es gab weiterhin zahlreiche Auszeichnungen, unter Anderem wurde unser Basketball Team für die erfolgreiche Meisterschaft mit stehenden Ovationen gefeiert (Natürlich mussten wir wieder etwas Fanarbeit in Form von Autogramme schreiben leisten ;). Ferner wurde unser Trikot mit allen Unterschriften der Teammitglieder an den meistbietenden Versteigert. Nach zehn Uhr gingen wir dann nach Hause, um für den Club vorzutrinken, die Chinesen wohl nicht………..










2 Comments:

Anonymous Anonym said...

culture shock?I looked up some words in the dictionary, and guess maybe it's the main topic of this article. Trust me, it's not the first time my foriegn friends mention this to me. One of my Italian friend who was also an exchange student in Finland said me that"Chinese students always study too hard.It is not an attitude for living, but just for surviving~"
Too many restrictions:)however, still hoping you enjoy a different life here~

11:22 AM

 
Blogger monsaian said...

Du siehst aber auch aus als wuerdest du dich koestlich amuesieren....
Ich kenne das. Erinnert mich sehr an meine Uni.....

4:44 AM

 

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